Schwieriger Start - Arbeitsmarkt für Akademiker in Italien"Ich bin 33 Jahre alt und habe mit 28 Jahren mein Maschinenbaustudium (Luft- und Raumfahrttechnik) mit der Bestnote "110 mit Auszeichnung" abgeschlossen. In Italien erhielt ich keine einzige Einladung zu einem Vorstellungsgespräch!! Nach dem Studienabschluss habe ich Initiativbewerbungen an alle großen italienischen Unternehmen auf dem Sektor der Luft- und Raumfahrt verschickt. Kein einziges Unternehmen hat mir jemals geantwortet!!!
Jetzt arbeite ich schon seit vier Jahren in Deutschland und verdiene etwa 65.000 € brutto monatlich. Ich bin verheiratet und habe hier ein Haus gekauft.
Auf Wiedersehen Italien!!"
Dieser und viele viele ähnliche Kommentare lassen sich derzeit auf dem Blog der Tageszeitung La Repubblica nachlesen.
"Almalaurea" hat heute (02.03.2007) die neueste Untersuchung zum Berufseinstieg der jungen Akademiker vorgestellt. Die Zahlen zeigen eine leider vielfach bittere Realität der jungen Absolventen. Auch beste Abschlussnoten schützen offensichtlich nicht vor den Schwierigkeiten beim Berufseinstieg. 4 von 10 Absolventen mit der Bestnote von 110 haben ein Jahr nach dem Studium noch immer keine feste Stelle.
Die Lage hat sich im Vergleich zu den Vorjahren weiter verschlechtert. Daran haben auch die neuen dreijährigen und oft praxisnäheren Studiengänge nichts geändert. Denn nur einer von drei Absolventen kann ein Jahr nach dem Studienabschluss einen unbefristeten Arbeitsvertrag vorweisen (Vorjahr 40 %). Seit 2001 ist der Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse sogar um 10 Prozent gestiegen.
Auch die Höhe der Löhne stagniert weiter auf geringem Niveau. Um die 1000 € netto im Monat verdient ein junger Akademiker im Schnitt, fünf Jahre später steigt der Verdienst auf etwa 1500 €. Deutlich benachteiligt sind dabei die Frauen. Ihr Gehalt liegt kurz nach dem Studium bei durchschnittlich 837 € (Männer 1153 €).
Kein Wunder, dass bei diesen Gehältern viele junge Italiener ihrem Heimatland den Rücken kehren und ihr Glück im Ausland versuchen. Der italienische Arbeitsmarkt bietet jungen Akademikern kaum attraktive Perspektiven.
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