Dante Alighieri * 1265 in Florenz † 14. September 1321 in Ravenna
Dante Alighieri ist der herausragende Dichter der italienischen Literatur und hat mit seinen Werken und Schriften die italienische Sprache zu einem sehr frühen Zeitpunkt ganz entscheidend geprägt.
Die "Göttliche Komödie" (Divina comedia) ist sein Hauptwerk und Generationen von Schülern und Studierenden beschäftigen sich ausführlich und detailliert mit deren Interpretation. Die Rezeption des Werkes beginnt bereits mit dem Wirken seiner Söhne. Und Boccaccio, der gemeinsam mit Dante und Petrarca zum Dreigestirn der frühen italienischen Literatur gehört, hat Entscheidendes zur Interpretation der Comedia Dantes beigetragen. Von ihm stammt auch der Beiname "Divina"; Dante hatte sein Werk zunächst ganz mit "La Comedia" bezeichnet. Der Beiname "Divina" spielt in erster Linie dabei gar nicht auf die religiöse Dimension des Werkes an, sondern ist mit "prächtig, hervorragend" richtig wiedergegeben.
Die "Divna Comedia" schildert eine Reise durch die Hölle, durch das Fegefeuer der Läuterung bis zum Paradies. Hölle und Paradies sind in 9 verschiedene Schichten unterteilt. Der Reisende begegnet dabei einer Fülle von Zeitgenossen Dantes, je nach Lebensführung findet er sie in der Hölle oder im Paradies. Wer die "Göttliche Komödie" mit Genuss lesen und verstehen möchte, kommt nicht umhin, sich mit diesen historischen Persönlichkeiten ein Stück weit auseinanderzusetzen, um Dantes Beurteilungen nachvollziehen zu können.
Neben der Göttlichen Komödie sind unter seinen vielen weiteren Werken die "rime" (Reime - eine Sammlung von 90 Gedichten) und die "Vita nova", ein autobiographisch geprägtes Werk, hervorzuheben.
Dantes Leben spiegelt sich immer wieder und in vielfältiger Form in seinen Werken. Wie kaum ein anderer Dichter vor ihm stellt er die eigene Person als Liebender und Leidender, als Irrender und Lernender in den Mittelpunkt. Eine ganz wesentliche Rolle spielt dabei Beatrice, die als seine Begleiterin durch das Paradies in der Göttlichen Komödie auftaucht. Hinter dieser idealtypisch stilisierten und verklärten Figur steht eine reale Person. In seinen jungen Jahren lebte Dante eine große Liebe zu einer ganz realen Beatrice, die alerdings durch den frühen Tod der Geliebten unerfüllt blieb. Mehr über die geheimnisvolle Beatrice erfährt der interessierte Leser in der "vita nova".
Hingegen haben seine Ehefrau und seine vier Kinder Pietro, Giovanni, Jacopo und Antonia keinen Eingang in sein literarisches Werk gefunden.
Das genaue Geburtsdatum Dante Alighieris ist nicht bekannt. In der Comedia gibt er selbst 1260 als sein Geburtsjahr an. Seine Taufe lässt sich jedoch mit großer Sicherheit auf den Karsamstag 1266 datieren, so dass seine Geburt wohl für das Jahr 1265 anzunehmen ist. Getauft wurde er auf den Namen Durante, was später zu Dante verkürzt wurde. Der Zuname Alighieri geht auf den Vater (Alighiero II.) und Großvater (Alighieri I.) zurück.
Dante Alighieri stammt aus einer angesehenen Florentiner Familie, die durch die Teilnahme des Großvaters am Kreuzzug in den Adelsstand erhoben wurde. Seine breite und umfassende literarische und philosophische Bildung hat sich Dante wohl zu einem großen Teil autodidaktisch angeeignet. Ein Studienaufenthalt an der Universität Bologna ist möglich, historisch aber nicht mehr genau zu belegen.
... Fortsetzung folgt ...
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