Das Kapitol – Platz der Macht 

Allerheiligste Bezirk des antiken Rom, Nabel seines politischen und religiösen Lebens ; die beiden Hügel; auf dem linken Hügel war einst die Hauptfestung des primitiven Rom, von ihrer Funktion der Akropolis vergleichbar; auf dem rechten stand der prachtvollste, älteste und heiligste der vielen hundert Tempel Roms – der Tempel Jupiters, des höchsten Gottes. Dieser Tempel war Schauplatz der meisten Staatszeremonien. Der Senat trat hier zu seinen feierlichen Eröffnungssitzungen zusammen. Von dem einstigen Tempel sind nur wenige Spuren erhalten, doch wir wissen, wie er ausgesehen hat, da sich in den Kapitolinischen Museen ein Marmorrelief mit einer Darstellung des Tempels befindet. Wir wissen auch, daa der mit kostbaren Marmorplatten verkleidet war und Türen und Dach vergoldet waren.

Nach dem Untergang des römischen Reiches wurden die prachtvollen Bauwerke zum großen Teil zerstört. Im Mittelalter weideten hier Ziegen („Monte Caprino“)

In der Renaissance kam ein Papst auf die Idee, das alte Tabularium (Senatsgebäude) von Grund auf zu renovieren und das gesamte Areal glanzvoll wiedererstehen zu lassen. 1536 wurde Michelangelo mit diesem gewaltigen Projekt beauftragt. Michelangelos Gebäude wurde 1870, nach dem Ende des Kirchenstaates, das Amtsgebäude des römischen Bürgermeisters.

Heute präsentiert sich der Platz so:

Eine von Michelangelo gestaltete Treppe führt ohne größere Mühe nach oben. Von oben grüßen die beiden römisch-antiken Zwillingsstatuen von Castor und Pollux, die hier im Rahmen der Neugestaltung des Areals hier aufgestellt wurden.

Unten zwei ägyptische Löwen aus Basalt, auf halber Höhe ein Denkmal für Cola di Rienzi (1354 ermordet) und am oberen Ende zwei Meilensteine aus der Via Appia.

Oben angekommen erblickt man die Piazza del Campidoglio, der erste und herausragende moderne Platz, der vollständig nach Plan gestaltet wurde. Die Gestaltung des Platzes wurde teilweise von Michelangelo umgesetzt und dann, mit Änderungen, von seinen Nachfolgern zu Ende geführt.

Die heutige Pflasterung unterstreicht den sternförmigen symmetrischen Aufbau des Platzes. – Platz ist nicht quadratisch, sondern rautenförmig..

In der Mitte des Platzes steht das einzigartige Reiterstandbild des Kaisers Marc Aurel aus dem 2. Jh. nach Christus. Prototyp aller Reiterstandbilder der neueren Zeit.

Die beiden identischen Palazzi zu beiden Seiten des Platzes beherbergen die Kapitolinischen Museen. Sie dienten jedoch als untergeordnete Verwaltungsgebäude für den ehrwürdigen Palazzo del Senatore in der Mitte.