Nach 6 Jahren Pause meldet sich Giuseppe Tornatore nun mit einem neuen Werk zurück. "La sconosciuta" macht einen Schnitt und unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Filmen Tornatores. "La sconosciuta" ist ein Thriller; Prostitution und Mädchenhandel stehen im Zentrum der Handlung.

Eine Frau (verkörpert von Xenia Rappoport) aus der Ukraine kehrt nach Italien zurück, in eine Stadt - es könnte Triest sein - in der sie Jahre zuvor ausgebeutet, misshandelt und zur Prostitution gezwungen wurde. Nur einen Lichtblick gab es in dieser tristen Vergangenheit und den möchte sie sich nun zurückholen. Ein Trip beginnt, in dem sich Gegenwart und Vergangenheit vermischen.

Giuseppe Tornatore widmet sich einem brandaktuellen, doch auch in Italien gerne verdrängten Thema. Der Handel mit Mädchen aus dem Osten Europas, die gegen ihren Willen oder mit falschen Versprechungen in den Westen gebracht werden, hat auch in Italien große Dimensionen erreicht. Tornatore will mit seinem Film jedoch keine soziale Anklage erheben. "Ich habe mich dafür entschieden", erklärt Tornatore in einem Interview mit "La Repubblica", "diese Geschichte als Rätsel zu erzählen. Es handelt sich nicht um eine soziale Anklage. Diese ist überholt in einer Zeit, in der die Medien im Eiltempo die Nachrichten auslöschen . Wenn jemand eine Anzeige erstatten will, soll er zur Polizei gehen."

Tornatore präsentierte seinen Film während des Filmfestivals in Rom; bei der Preisverleihung ging "La sconosciuta" leer aus, doch bei den Fesitvalbesuchern stieß er auf durchwegs positive Resonanz. Für die Filmmusik griff Tornatore auch diesmal auf die langjährige und bestens bewährte Zusammenarbeit mit Ennio Morricone zurück.

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