San PietroDie Geschichte der Basilika ist zugleich die Geschichte des Papsttums.
Die erste Peterskirche wurde im Jahr 326 von Papst Sylvester eingeweiht. Schwierige bauliche Lage am Abhang des Vatikanischen Hügels. Die Kirche lag außerhalb der damaligen Stadtmauern (Grabstätte) und weit vom damaligen Stadtzentrum südlich des Kolosseums entfernt. Als Grund für die Ortswahl darf angenommen werden, dass sich hier wirklich das Grab des Apostels Petrus befindet. Nach der Überlieferung erlitt er im Jahre 64 oder 67 unter Nero in den kaiserlichen Gärten in der Nähe des Vatikanischen Hügels das Martyrium.
Von der alten Kirche St. Peter wissen wir aus mittelalterlichen Beschreibungen, dass sie eine klassische fünfschiffige Hallenbasilika war. Sie wurde mehrfach restauriert und prächtig ausgeschmückt, war aber nach dem Exil der Päpste in Avignon dem Verfall nahe.
Nikolaus V. beschloss 1452 den Neubau von St. Peter. Die ganze Christenheit half mit, die Baukosten zu finanzieren. Der Ablasshandel blühte - zur Vergebung der Sünden und vor allem aber für den Neubau des Domes ab 1506. Ein erster Entwurf für den Bau kam von Bramante. Doch schon bald warf man ihm die Veruntreuung von Geldern vor. Außerdem soll er schlechte Materialien verwendet haben. Darauf übernahm Raffael die Verantwortung für den Weiterbau des riesigen Gotteshauses. Von Michelangelo, der 1547 die Bauleitung übernahm - er war damals schon 72 Jahre alt - stammt vor allem die Kuppel, die 1564 vollendet wurde.
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Die FassadeDie prächtige Fassade, so wie wir sie heute sehen, stammt von Baumeister Maderna. Im Auftrag von Papst Paul V. hat er die damalige Fassade verlängert und eine Verbindung zwischen der Peterskirche und dem Vatikanischen Palast geschaffen. Sie besitzt enorme Dimensionen: sie hat eine Länge von 114,70 m und eine Höhe von 45,50 m. Mit mächtigen Gliederungen durch Säulen, Pfeiler, Balkone und Fenster versuchte er die ungünstigen Proportionen auszugleichen. Die Höhe konnte nicht mehr verändert werden, da sonst die Kuppel noch stärker verdeckt worden wäre. Die Statuen sind 5,70 m hoch und zeigen Christus und seine Apostel. Vom Balkon aus spricht der Papst den Segen Urbi et Orbi. Und wie wir bei der Wahl Josef Ratzingers zum neuen Papst beobachten konnten, verkünden die Kardinäle von hier aus, wer das neue Oberhaupt der Christenheit sein wird.
Die VorhalleGanz außen sehen wir zwei Reiterstandbilder. Auf der linken Seite steht der „altrömische“ Kaiser Konstantin (ein Werk Berninis), während wir auf rechter Hand den „neurömischen“ Kaiser Karl den Großen bewundern können. Die zweiflügelige Bronzetür in der Mitte ist ein Werk des Bildhauers Filarete (1445) aus Florenz. Ganz rechts außen kann man die vermauerte Heilige Pforte entdecken, die nur im Heiligen Jahr geöffnet wird. Das Innere der PeterskircheIm Innern des Petersdoms ist man sofort durch seine Ausmaße beeindruckt: Der Kirchenraum ist 186 Meter lang. Der Kuppelraum ist 119 m hoch, das Hauptschiff ca. 46 m. 15000 Quadratmeter bieten Platz für mehr als 60.000 Gläubige. Im rechten Seitenschiff in der Capella della Pietà befindet sich die Pietà des Michelangelo (1498-1599) – eine jugendlich wirkende Maria mit dem vom Kreuz abgenommenen Jesus im Arm. Das großartige Werk hat Michelangelo schon mit 25 Jahren geschaffen.
Die meisten Gemälde im Kircheninnern wurden durch Mosaiken ersetzt – die Originale der Gemälde befinden sich heute in den Vatikanischen Museen. An der großen reich geschmückten Sakramentskapelle haben Bernini und Borromini mitgearbeitet.
Vier fünfeckige Pfeiler von 24 Meter Durchmesser und 71 Meter Umfang tragen die Kuppel des Michelangelo, die sich als Krönung über dem Grab des Petrus erhebt. Der Durchmesser der Kuppel ist mit 42,3 m etwas kleiner als der des Pantheon (43,2 m). In den Pfeilernischen stehen vier riesige Heiligenfiguren. Im Kuppelring stehen in 2 m großen Buchstaben die Worte Jesu aus dem Evangelium des Matthäus: "Tu es Petrus..." (Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und dir gebe ich die Schlüssel des Himmelreiches.) Unter der Kuppel und genau über dem Grab des Petrus steht der Papstaltar, den Bernini 1633 mit einem 29 m hohen Baldachin aus Bronze bedachte. Der Baldachin ist ein Meisterwerk des Barock und vermittelt festliches Lebensgefühl.
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