Santa Maria Maggiore ist die größte und wichtigste unter den rund 80 Marienkirchen Roms. Sie gehört zu den vier Patriarchalbasiliken (San Pietro, San Paolo und San Giovanni) und den sieben Pilgerkirchen. Sie ist als Gesamtkomplex und in ihren Einzelheiten ein herausragendes Kunstwerk.

Hier wird als einziger römischer Kirche seit dem 5. Jahrhundert ohne Unterbrechung täglich die Messe gefeiert.

Der erste Hallenraum aus dem 5. Jh. wurde später mit Erweiterungen versehen. Die Apsis stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Glockenturm – mit  75 m der höchste in Rom – wurde 1377 errichtet, als die Päpste aus dem Exil im französischen Avignon zurückkamen.

Zum Chor steigt man von der Piazza dell´ Esquilino auf einer feierlichen Treppe empor. Auf dem Platz steht ein Obelisk (14,8 m hoch), der ursprünglich auf dem Mausoleum des Augustus stand.

Die goldene Kassettendecke im Kircheninnern zog man erst Ende des 15. Jh. ein. Papst Alexander VI. hat sie gestiftet; bezahlt hat er das mit dem ersten Gold aus Amerika. Die beiden Seitenkapellen und die anderen Erweiterungen (Wohnräume für Priester) kamen während des 16. bis zum 18. Jahrhundert dazu.

Das Innere bildet den vielleicht schönsten Kirchenraum Roms. Er ist 86 m lang, dreischiffig und ist durch 36 Marmor- und 4 Granitsäulen strukturiert. Die Mosaiken an der Hochwand sind die ältesten Roms aus dem 4. oder 5. Jahrhundert.  Als Querschiff wirken die Capella Sistina (gestiftet von Pius VI. mit den Reliquien der Krippe von Bethlehem und dem Grabmal von Papst Pius V.) und die Capella Paolina (Auftraggeber Papst Paul V.).

Bewundernswert sind die prachtvollen Mosaiken am Triumphbogen und in der Apsis mit Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament und Szenen aus dem Leben Marias. Herausragend ist das Apsismosaik der Krönung Mariens (vom römischen Mosaikbaumeister Jacopo Torriti, Ende 13. Jh.) Wer Zeit hat, alles genau zu studieren, kann hier eine Vielzahl von Personen und Symbolen, Tieren und Pflanzen, Gebäuden und Stadtvierteln erkennen.

Der Baldachin über dem Hauptaltar wird von vier Säulen aus der Villa des Kaisers Hadrian bei Tivoli getragen.

Vorne rechts neben dem Altarraum befindet sich das Grab des Baumeisters und Bildhauers Bernini.

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