Verfall und Wandel - die Thermen des Diokletian

Thermen des Diokletian
Bauzeit: 298 – 305 n. Chr.
Bauherr: Kaiser Diokletian
Fläche: ca. 112.000 m², 356 x 316 m

Die Caracalla-Thermen lagen im südlichen Zentrum der Stadt; Kaiser Diokletian (284 – 305) wollte nun knapp hundert Jahre später im nördlichen Teil der Stadt eine ähnliche Anlage erbauen. Der Grundriss der Anlage ist sogar noch etwas größer, doch die heutigen Ruinen vermitteln nur noch einen unzureichenden Eindruck des damaligen Glanzes. Die römische Bevölkerung nutzte die Anlage bis ins Jahr 536, als die Wasserleitung der Aqua Marcia unterbrochen wurde. Danach begann der Verfall der Thermen.

Die Caracalla-Thermen blieben von Um- und Überbauten verschont, nicht so die Thermen des Diokletian. In einem Teil der Thermenanlage befindet sich das Thermen-Museum (Museo Nazionale Romano e delle Terme), die nach den Vatikanischen Museen größte Sammlung antiker Kunstwerke. Roms.
Der mittlere Teil der Thermenanlage mit der großen Halle (90 x 27 m, 30 m Höhe) wurde durch den Umbau zur Kirche Santa Maria degli Angeli vor dem weiteren Verfall gerettet. Baumeister Michelangelo nahm die Konstruktion der Antike auf und bettete den Grundriss der Halle ein in kreuzförmigen Grundriss der Kirche. Um die Kirche trocken zu halten, musste Michelangelo den Fußboden um zwei Meter erhöhen; die Basen der atniken Säulen würden dadurch verdeckt. Nach seinem Tod wurde der Bau weitergeführt und mehrfach umgestaltet. Heute finden in Santa Maria degli Angeli feierliche Staatsgottesdienste statt.