Titusbogen erbaut um 90 n. Chr. Höhe 14,50 Meter, Breite 13,50 Meter, Tiefe 4,75 Meter
Der Titusbogen auf dem Forum Romanum ist der älteste erhaltene Triumphbogen der Antike. Der Senat und das Volk stiften diesen diesen Triumphbogen in Erinnerung an Sieg des Kaisers Titus über die aufständischen Rebellen in der Provinz Judäa.
Die Kämpfe in Judäa waren ausgebrochen als der damalige Statthalter seine Repressionen gegen die jüdische Bevölkerung steigerte und immer höhere Zwangszahlungen forderte, u.a. verlangte er einen Teil des wertvollen Schatzes aus dem Jerusalemer Tempel.
Die Aufstände begannen im Jahr 66 n. Chr. und endeten erst im Jahr 70 n. Chr. mit der Eroberung Jerusalems und der endgültigen Zerstörung des Jerusalemer Tempels. Ein Teil der Kämpfe loderte noch weiter; eine kleine Schar Aufständischer hatte sich auf die Festung Masala zurückgezogen, die erst 73 n. Chr. geknackt werden konnte.
Der Jüdische Krieg wurde zunächst von Kaiser Vespasian geführt. Doch als dieser nach Rom zurückkehren musste, um sich gegen mögliche Widersacher zu verteidigen, betraute er seinen Sohn Titus mit der Kriegsführung vor Ort. 70 n. Chr. war er erfolgreich. Der Jerusalemer Tempel wurde dem Erdboden gleichgemacht, der wertvolle Tempelschatz mit seinen zahlreichen Gegenständen aus purem Gold nach Rom gebracht und dort wohl für die Finanzierung weiterer Bauvorhaben wie z.B. dem Kolosseum verwendet.
Verschiedene Bildtafeln und Reliefs verklären die entscheidenden Lebensstationen des Titus. Eine herausragende Rolle spielt dabei die Eroberung Jerusalems im Jahre 70 n. Chr. Die südliche Bildtafel zeigt den Beginn des Triumphzuges. Diener tragen die Beutestücke aus dem Jerusalemer Tempel und stellen sie zur Schau: die Menora (siebenarmiger Leuchter), die Silbertrompeten und den Schaubrottisch. Die nördliche Tafel zeigt den triumphierenden Titus, bekränzt von der Siegesgöttin Victoria, auf einer Quadriga. Beide Reliefs wurden allerdings erst ca. 100 Jahre später hier angebracht.
Die Reliefs am Gewölbe zeigen die Apotheose des Titus: ein Adler trägt Titus empor. In der Antike trugt der Triumphbogen wohl eine überlebensgroßen Statue des Titus, wohl als Lenker eines Gespanns von Elefanten.
Titus wurde 79 n. Chr. zum Kaiser ernannt und regierte bis zu seinem Tod im Jahre 81 n. Chr. In seine Amtszeit fällt auch der katastrophale Ausbruch des Vesuv, der 79 n. Chr. Pompeji, Ercolano und weitere Städte am Fuße des Vulkans zerstört.
Um das Jahr 1000 wurde der Titusbogen zum Eingangstor der Festung der adeligen Familie Frangipani umfunktioniert. Erst 1822 rekonstruierte der Architekt und Archäologe Valadier wieder den ursprünglichen Zustand des Triumphbogens.
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