Benevento Region Kampanien ca. 63.000 Einwohner
Die Gründung der Stadt geht auf den italischen Volksstamm der Samniten zurück, die im 5. Jh. v. Chr. die Bergregion oberhalb des Golfes von Neapel besiedelten. Als sie sich ab dem 4. Jh. weiter ausbreiteten, gerieten sie in Konflikt mit den Römern und wurden von diesen besiegt und zurückgedrängt. Auch der heutige Name der Stadt geht auf die Römer zurück; nach dem Sieg gegen Pyrrhus 275 v. Chr. tauften sie Stadt einfach um; aus Maleventum (schlechter Wind) wurde Beneventum (guter Wind).
Römische Spuren sind in der kleinen Stadt auch heute noch überall sichtbar. So ist in Benevento eines der schönsten Monumente aus dieser Zeit zu finden, der von 114 - 117 n. Chr. erbaute Triumphbogen Trajans. Das größte Monument Beneventos ist 15,6 m hoch und besitzt einen einzigen 8 m hohen Bogen. Die Reliefs zeigen Darstellungen des Krieges und des Friedens und sind ein herausragendes Beispiel der damaligen Bildhauerkunst. Er bildete zu diesem Zeitpunkt den Anfang der Via Trajana. Im Mittelalter integrierte man den Triumphbogen in die Stadtmauer; die Bezeichnung als Porta Aurea, als Goldenes Tor, setzte sich nun im Sprachgebrauch durch.
Stolz kann die Stadt auch auf die alte römische Brücke sein, die den Fluß Sabato überquert und die antike Via Appia in die Stadtmitte weiterführt. Schon unter den Kaisern Septimus Severus und Marc Aurel wurde die Brücke restauriert und trug damals die Bezeichnung Ponte Marmoreo, die marmorne Brücke. Erst im Mittelalter setzte sich der heute noch gebräuchliche Name Ponte Leproso durch.
Das noch gut erhaltene römische Theater hingegen wurde unter Kaiser Hadrian errichtet und im Jahr 126 n. Chr. eingeweiht. Kaiser Caracalla ließ es zwischen 200 und 210 deutlich erweitern. In seiner Form und Bauweise erinnert es an das Teatro di Marcello in Rom. Es hat einen Durchmesser von 90 Metern und konnte bis zu 10.000 Zuschauer fassen. Ein großer Teil der ursprünglichen Verkleidung aus Marmor ging verloren.
Im Jahr 369 zerstörte ein schweres Erdbeben große Teile der Stadt. Schon vorher zeichnete sich langsam des Ende des Imperum Romanum ab; 410 eroberten die Westgoten, 455 die Vandalen die einst so stolze Stadt.
Danach durchlebte die Stadt die für Süditalien typische wechselvolle Geschichte. 1688 zerstörte wieder um Erdbeben große Teile Beneventos. Der damalige Erzbischof Orsini und spätere Papst Benedikt XIII. ließt die Stadt aus seinem Privatvermögen wieder aufbauen. 1702 richtete ein erneutes Beben weitere schwere Schäden an - und wieder sorgte Orsini für einen raschen Wiederaufbau. Für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt er deshalb den Ehrentitel als Alter Contidor Urbis, als Neugründer der Stadt.
Heute ist Benevento eine aktive blühende Kleinstadt, weiterhin Sitz des Erzbischofs und - durch die junge Università dello Studio di Sannio Anziehungspunkt für zahlreiche Studenten aus nah und fern.
|