Heisse Tage - kühles Eis

Mal ehrlich - ein Leben ohne diese leckere süsse Spezialität, kaum vorstellbar. Haselnuss, Zitrone, Himbeer, Erdbeer. Nocciola, stracciatella, caffè. Schon alleine die Namen zergehen auf der Zunge.

Ja, auch diese Köstlichkeit haben wir unseren italienischen Freunden zu verdanken. Die Idee, Eis mit Milch, Früchten oder Süßem zu mischen, gibt es schon lange. Bereits vor 5000 Jahren praktizierten das reiche Chinesen, die sich aus den Bergen bringen ließen, um es mit verschiedenen Dingen zu mischen.

Auch Nero liess sich offenbar Eis aus den Alpen bis nach Rom bringen. Dort mischte man es mit Ingwer, Koriander und Zimt, mit Honig oder Fruchtsäften. Doch das größte Problem blieb die Aufbewahrung und der Transport der kühlen Süßigkeit. Erst 1530 gelang es, erstmals künstliche Kälte zu erzeugen. Mit Hilfe von Salpeter konnte man nun Wasser zum Gefrieren bringen. Eine Trommel wurde mit Eisbrocken vorgekühlt und dann mit den eigentlichen Zutaten gefüllt. Die Geburtsstunde der "gelatiere".

Doch erst als Carl Linde seine Kältemaschine erfand, wurde alles leichter. Das leckere Speiseeis musste keine teuere und elitäre Spezialität bleiben. Es wurde nun zum Konsumgut für alle.

Seit knapp hundert Jahren sind sie unter uns - die italienischen "gelatiere". Fast alle kommen aus dem Veneto. Genauer gesagt aus den Dolomiten, dem "val di Zoldo". Hier hat die Eisherstellung eine lange Tradition: mitten in der Nacht holte man das Eis von den Gletschern. Um sechs Uhr musste es im Dorf sein, um 10 - nach dem Gottesdienst - musste alles fertig sein. Doch das "Val di Zoldo" blieb eine arme Region und deshalb suchten viele ihr Glück in der Fremde. Und brachten so die Kunst der Eisherstellung bis zu uns.

Und heute? Essen wir in Deutschland jährlich eine halbe Miliarde Liter Eis. Mehr als 70 Sorten gibt es bei uns. Und immer wieder kommen neue Geschmacksrichtungen hinzu. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Schokoeis mit Peperoncino war der "Hit" dieses Sommers in Italien.