Isabella Rossellini, Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister, Verlag Schirmer Graf, München 2006, 144 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. 25,80 €
Es ist ein zauberhaftes, zärtliches Buch. Es ist Isabella Rossellinis eigene sehr persönliche Liebeserklärung an den Vater, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.
Im Fokus des Buches stehen die sieben Jahre, in denen Ingrid Bergman und Roberto Rossellini das wohl aufregendste Liebespaar ihrer Zeit bildeten. Isabella Rossellini lässt diese Jahre Revue passieren. Sie tut dies vor allem mit der Stimme ihrer Mutter Ingrid Bergman, die vom Beginn dieser großen Liebe und von der gemeinsamen Arbeit mit dem Regisseur ("Stromboli", "Reise in Italien", "Europa 51") erzählt. Sieben Jahre, die künstlerisch nicht zu den erfolgreichsten der beiden Künstler gehörten. Ingrid Bergman fühlte sich künstlerisch eingeengt und Roberto Rossellini seinerseits hatte den Eindruck, selbst im Schatten der großen Schauspielerin zu stehen. Während eines längeren Indienaufenthaltes (Dreharbeiten für "India, Matri Buhmi") beginnt die Liason mit der Inderin Sonali DasGupta. Roberto und Ingrid trennen sich und gehen von nun an wieder eigene Wege.
Es ist ein Bilder-Buch. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Bilder aus dem Kurzfilm, den Isabella Rossellini mit Hilfe des kanadischen Regisseures Guy Maddin gedreht hat. Isabella selbst schlüpft in diesem Film in die Rolle des Vaters, der Mutter und berühmter Kollegen wie Charlie Chaplin, Alfred Hitchcock und anderen. Zahlreiche Fotos aus dem privaten Familienalbum der Rossellinis ergänzen und kommentieren die persönlichen Erzählungen.
Zu Wort kommen auch die Geister, die Rossellini rief, allen voran Federico Fellini, der bei Rossellinis Meisterwerk "Rom, offene Stadt" als Regieassistent und Drehbuchautor mitwirkte und bei Rossellini sozusagen in die Lehre ging. Und ein Interview von Francois Truffaut und Eric Rohmer mit Rossellini beleuchten seine Filme von den Anfängen bis zu "Reise in Italien". Eine Zeittafel mit den wichtigsten Daten zu Rossellinis Leben und eine komplette Filmographie runden das gelungene Buch ab.
Das Buch ist jedoch keine Biographie und will es auch gar nicht sein. Was wir hier von Roberto Rossellini erfahren, bleibt ausschnitthaft, skizzenhaft. Wer sich bereits mit dem Regisseur und seinen Filmen beschäftigt, kann bemängeln, dass man hier nicht viel Neues über den Regisseur erfährt. Doch das Buch ist keine Biographie, sondern eine Liebeserklärung, es ist eine sehr persönliche Annäherung an den Vater. Ein Geburtstagsgeschenk. Für Roberto Rossellini. Und für alle Freunde des großen italienischen Regisseurs und seiner Filmkunst.
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