Proteste gegen den Numerus Clausus

"Der Numerus Clausus wird missbraucht und ich bin davon überzeugt, dass wir die Zulassungshürden verringern müssen, da die Zahl der Studenten wieder steigen muss", erklärt der Fabio Mussi, der Minister für Bildung, Hochschule und Forschung.

In der Tat. Die italienischen Hochschulen haben in den vergangenen Jahren eine wahre Inflation von Zulassungsbeschränkungen erlebt. Im Zeitraum von 2001 bis 2006 stieg die Zahl der mit einem Numerus Clausus versehenen Studiengänge von 242 auf 1060 - um 330 Prozent! Jeder dritte Studiengang in Italien, insgesamt gibt es an den italienischen Hochschulen 3100, ist also zulassungsbeschränkt.

Die Studentenorganisationen protestieren seit längerem gegen die rapide Zunahme der Zulassungshürden. Die Proteste richten sich auch gegen die Auswahlmethoden, die die Eignung für ein Studium nicht wirklich messen können. Meist sind es Auswahltests auf der Basis von Multiple-Choice-Fragen, die die Eignung für ein Studium messen sollen. Problematisch sei auch, dass die Tests italienweit oft am gleichen Tag stattfinden, so dass eine Bewerbung für mehrere Studiengänge oft gar nicht möglich ist.

Für Aufsehen sorgten auch die Entscheidungen einiger italienischer Verwaltungsgerichte, die den Klagen einzelner Studienbewerber gegen ihre Ablehnung Recht gaben. 

Die Proteste zeigen inzwischen erste Wirkung. Der Senat der Universität Parma hat im September 2006 die Zulassungsbeschränkungen für insgesamt 24 Studiengänge aufgehoben.

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