Piazza di Spagna - Platz der EleganzJeder Absatz führt zu neuen, einige zu überraschenden Bildern. Die Form der Stufen ändert sich; ihre Mitte ist bald konvex, bald konkav, bald gerade. … Es ist wohl mehr der kontinuierliche Wechsel von Formen und Aussichten als die bequeme Form der Stufen, der den Anstieg so mühelos macht. Die Aufmerksamkeit wird so sehr von dem, was das Auge erlebt, in Anspruch genommen, dass die physische Anstrengung kaum empfunden wird. Wolfgang Lotz, Kunsthistoriker
Die Piazza di Spagna gehört sicher zu den schönsten Plätzen Roms. Zu jeder Tageszeit und auch noch am späten Abend sprüht der Platz vor Leben und Bewegung. Der Brunnen auf dem Platz vor der Spanischen Treppe hat die Form eines Schiffes, die Römer nennen ihn „Fontana della Barcaccia“. Zwei kleinen Fontänen an den beiden Enden des Schiffes laden dazu ein, sich zu erfrischen. Die Legende sagt, Pietro Bernini habe nach einer Tiberüberschwemmung ein hier gestrandetes Boot gefunden – so entstand die Idee, hier einen Brunnen in Form eines steinernen Schiffes zu bauen. In den Jahren 1627 – 29 entstand dann der außergewöhnliche Brunnen.
Doch was wäre der Platz ohne die wunderschöne Treppe, die den Besucher scheinbar mühe- und schwerelos nach oben führt. Francesco de Sanctis hat hier ein wahres, 1726 vollendetes, Meisterwerk geschaffen; vielleicht gibt es weltweit keine schönere Treppe. Die nach innen und außen schwingenden Aufgänge führen die Schritte leicht nach oben. Terrassen laden auf halber Höhe zum Bleiben und Schauen ein. Dann teilt sich die Treppe und man geht oder schwebt nach oben auf den Platz vor der Kirche Trinità del Monte. Den mächtigen ägyptischen Obelisken, der noch einmal sechzig Jahre später hier aufgestellt wurde (Goethe berichtet davon in seiner italienischen Reise) nimmt man von hier oben kaum mehr wahr – so schön ist hier die Sicht auf die geschwungenen Treppen, das bunte Treiben auf den Stufen, den munter plätschernden Brunnen und die Menge der Menschen, die aus der von hier aus fast beengt wirkenden Via Condotti auf den großen freien Platz strömen.
Die Via Condotti verbindet die Piazza di Spagna mit der Via del Corso. Sie ist Roms eleganteste Geschäftsstraße. Viele großen Modeschöpfer haben hier ihre Verkaufsräume. Bulgari, Gucci, Hermès, Beltrami (Leder) und Ferragamo (Schuhe) und viele andere sind hier zu finden. Weitere große Namen finden sich in der nicht weniger renommierten Via Borgognona (Valentino u.a.) und der Via Frattina (Max Mara, Fendi).
Gleich zu Beginn der Via Condotti lädt auch das berühmte Caffè Greco zu einem kurzen Besuch ein. Heute hat es von seinem Glanz verloren, doch hier trafen sich lange Zeit Künstler aus aller Welt. Goethe, Gogol und Berlioz, Schopenhauer, Wagner und Liszt haben hier ihren Kaffee getrunken.
Von der Piazza di Spagna ausgehend bieten sich weitere Spazier- und Rundgänge an:
• Von der Kirche Trinità de Monte aus zum Pincio, um von dort aus noch weitere schöne Ausblicke über die Stadt zu genießen
• Zum einkaufen und Bummeln in der Via Condotti und seinen Nachbarstraßen
• Die Via di Propaganda entlang zur Kirche Sant´Andrea delle Fratte
• Oder Richtung Piazza del Popolo, um einen weiteren der großen Plätze Roms zu bewundern
"An ihnen vorbei liefen die Leute die Stufen hinauf, verharrten, stiegen hinab zum Brunnen, dem mütterlichen Schoß und weiblichsten Punkt der Piazza, der wie eine Barkasse mitten darauf vor Anker liegt. ... Es gibt nichts Fraulicheres als diese Barke mit ihren sanft geschwungenen fransigen Lippen, dem langgezogenen, spitzen Oval und dem feuchten, warmen Stein. Doch es war schon seit langem kein Wasser mehr darin, und der durch die Hitze ausgedörrte, allzu weiße Brunnen schien wie zu Kalk gebrannt. ... Anstelle des Wassers hatten sich Kinder dort hineingekauert und spielten, die Arme um die Knie geschlungen, Verstecken, als wären sie, halbnackt, wie sie waren, in den schützenden Mutterleib zurückgekehrt." Carlo Levi, Die Uhr, Roman
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