Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2006 präsentiert sich Turin und die Region Piemont als Land zwischen Tradition und Innovation, die für Gourmets, Freunde von Kunst und Kultur, Naturfreunde und Technikfreaks viel zu bieten hat.

Wer Turin sagt, denkt an Fiat. Doch der Reichtum von Stadt und Region hängen schon lange nicht mehr allein von der Fahrzeugproduktion ab. Maschinenbau, Textilien, chemische Produkte, Luft- und Raumfahrt, aber auch die Herstellung von Lebens- und Genussmitteln bilden solide Säulen für den Wohlstand der Menschen. Die Region Piemont erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von 100 Mrd. Euro und exportiert Waren und Dienstleistungen im Wert von 31 Mrd. Euro. Großes Augenmerk lenkt man auf Investitionen in Forschung und Entwicklung (1,3 Mrd. – 16 % der gesamten italienischen Investitionen in diesem Bereich).

Turin ist nicht nur eine lebendige Industriestadt, die von den Fabriken Fiats am Rande der Stadt geprägt werden. Turin ist sehenswert – nicht zuletzt wegen der prächtigen Herrschaftssitze des Königshauses Savoyen, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehören. Und die Guarini-Kapelle beherbergt eine der kostbarsten Reliquien der katholischen Kirche – das Grabtuch Christi. Ein umfangreiches Ägyptisches Museum (weltweit das zweitwichtigste), Gemälde von Leonardo da Vinci und das nationale Filmmuseum sind weitere Attraktionen Turins. 

Und für Gourmets und Genießer ist das Piemont schon lange eine Region mit hoher Anziehungskraft. Der Barolo gilt als einer der besten Weine Italiens. Arneis, Asti, Barbaresco, Bracchett d´Acqui, Gattinara, Gavi, Ghemme, Moscato d´Asti und der Roero Nebbiolo – insgesamt 55 piemontesische Weine tragen die Gütesiegel D.O.C. (di origine controllata) und D.O.C.G. (di origine controllata  e garantita).  Auch unter den Käsesorten hat das Piemonte acht "Superstars": Bra, Castelmagno, Gorgonzola, Grana Padano, Murazzano, Raschera, Robiola di Roccaverano und Toma piemontese sind mit dem Markenzeichen D.O.P. (geschützte Herkunftsangabe) ausgezeichnet.

Und die Trüffel! Auf der jährlich in Alba stattfindenden Trüffel-Messe treffen sich Gourmets aus aller Welt. Nur in Alba und Umgebung ist der besonders kostbare weiße Trüffel zu finden.

Eine wichtige Erwerbsquelle für die Region ist der Reisanbau. 5000 Anbaubetriebe erwirtschaften auf 120.000 Hektar fast ein Drittel der europäischen Reisproduktion.

Das Goldschmiedezentrum des Piements liegt im Umkreis des Ortes Valenza Po. 7000 Beschäftigte arbeiten in über 1000 Betrieben und erwirtschaften 2. Mrd. Euro Umsatz. 60 Prozent der Schmuckstücke gehen in den Export. 

Interessant ist sicher auch, dass Turin die eigentliche Geburtsstadt des italienischen Films ist. 1908 gilt als dessen Geburtsjahr. Und schon 1914 dreht hier Giovanni Pastrone sein Meisterwerk Cabiria – der erste weltweit  vertriebene Spielfilm. Danach entstehen hier die Filmwerkstätten Itala und Fert. Auf dem Fert-Areal befindet sich heute der Sitz des Virtual Reality & Multimedia Park. Turin ist sicher ein aufstrebender Standort in der europäischen Filmproduktion. Insgesamt 40 Millionen Euro hat man hier in den vergangenen Jahren in neu Filmateliers, virtuelle Studios, 3D-Graphik-Labors und andere moderne Technologien der Filmproduktion investiert. Zuletzt wurden hier die Erfolge La Meglio Gioventù (Die besten Jahre) und Heaven produziert. Das Nationale Filmmuseum und das Torino Film Festival unterstreichen den Ruf Turins als aufstrebende Filmstadt.

www.regione.piemonte.it/lingue/deutsch
www.piemontefeel.it
www.piemonte-emozioni.it
www.comune.torino.it/torinoplus
www.torino2006.org
www.museonazionaledelcinema.org
www.torinofilmfest.org